die Bellaluna
Die Geschichte
der Bellaluna
Paula Roth - Wirtin der Bellaluna
Paula Roth - Erlebnisraum
Kulturförderverein Bellaluna
Kunstausstellungen
Bahnlehrpfad - Experimentierfeld Bellaluna
Events
Best of Swiss Gastro
Award 2005

Die Geschichte der Bellaluna

Bereits im Mittelalter wurde bei Filisur Erz abgebaut und zu Eisen geschmolzen. Urkundlich erwähnt werden diese Bergwerke und somit die Bellaluna erstmals im Jahre 1568. Bellaluna war das Zentrum der Bergbaugeschichte des Albulatals: Hier befanden sich die Hochöfen der Eisen- und Zinkschmelze. Heute zeugen nur noch Ruinen und Mauerreste vom Glanz vergangener Zeiten. Einzig das Knappen- und Direktionshaus ist erhalten geblieben.

Mehrere hundert Arbeiter habe die Schmelze in ihrer Blütezeit gehabt. Diese Grubenarbeiter sollen es gewesen sein, die in einer feuchtfröhlichen Vollmondnacht ihr Haus auf dem Namen Bellaluna getauft hätten. Nach anderen, nicht urkundlich bescheinigten Quellen, sei diese Waldlichtung einer der berüchtigtsten Hexenplätze Graubündens gewesen, wo sich die Hexen bei Vollmond zum Tanz versammelt hätten und auf ihren Besen Richtung Holland gestartet seien. Hier sei der Name Bellaluna von bal a l‘una, dem Tanz nachts um eins, abgeleitet worden.

bergbau
Das Bergbauwesen im hinteren Albulatal erreichte seinen Höhepunkt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Einen letzten Frühling brachte die beginnende Moderne Ende des 18. Jahr-hunderts, ehe man 1848 definitiv die Tore schloss.

Daraufhin wechselte die Bellaluna mehrmals den Besitzer.

1864   Paul Lorenz an Christian Brunold
1865   Christian Brunold an Willi Michel
1867   Willi Michel an Jakob Margreth
1869   Ursula Margreth an  Andreas Gantenbein
1903   David Gantenbein an J.P. Schmid, Chur

ansicht schreinerei

Im Jahre 1903 wurde in der Bellaluna durch J.P Schmid eine Sägerei errichtet, um die Wasserkraft der Albula zu nutzen. Das Hochwasser im August 1954 und der Brand im November 1955 setzten dem Betrieb stark zu, so dass die Sägerei in die Nähe des Dorfes Filisur verlegt werden musste.

paula farbig_01_hp


1962 entdeckte Paulina Roth das “Hexenhaus” Bellaluna. Sie hatte mit Bergwerk und Sägerei nichts am Hut: Ihr Ziel war es, das alte, langsam zerfallende Haus als Gasthaus zu neuem Leben zu erwecken. Am 13. September 1965 wurde die Bellaluna von J.P. Schmid an Paula Roth verkauft.

ansicht postkarte


In den langen, schneereichen Wintern verirrte sich wochenlang kaum ein Gast ins abgelegene Wirtshaus. Paula Roth hatte genügend Zeit zum Dichten und um allerlei Kuriositäten zu basteln.

Ihr Name wird mit unvergesslichen und manchmal mysteriösen Ereignissen in Verbindung gebracht. Nachfolgend werden einige Episoden aus jenen 26 Jahren wiedergeben:

Als 1963 eine spiritistische Gruppe, die den Weltuntergang predigte, in der Bellaluna überwinterte, sei Paula Roth vergeblich zur Teilnahme an ihren Bibelstunden eingeladen worden. Sie habe bereits ihre Kirche und der bleibe sie treu: “Ich han mis Harmonium und mini Gäscht, und predige tarf, wer will, und s'Geischtige tömmer trinke.“

Die Frage "mit oder ohne" sollen die meisten Gäste mit einem "ohne" beantwortet haben - die Wirtin fand es praktischer und die Gäste hygienischer, wenn die Flaschen ohne Glas serviert wurden. Die Gesundheitsbehörde konnte nie den Nachweis mangelnder Sauberkeit erbringen, da Paulas Hunde jede Beamtenseele schon von weitem erschnüffelten und in die Flucht schlugen.

Im Januar 1968 schneite es wie im grossen Lawinenwinter 1952. Die Bellaluna steckte haustürhoch im Schnee, als aus Filisur der Befehl zur Evakuierung kam. Schafe und Zwerggeissen wurden auf zwei Jeeps verladen, Paulas 22 Hennen, 3 Pfauen, 4 Katzen und 2 Hunde wurden von ihr eigenhändig in Strohsäcke verschnürt. Inmitten dieser Bündel platzierte sie sich selber auf dem dritten Jeep, einen bleischweren Koffer auf den Knien, gefüllt mit Münzrollen, ihrem ganzen Vermögen von einigen tausend Franken. Sie sei es gewohnt und bleibe dabei, ihre Schulden bar zu bezahlen, den Halunken der Bank vertraue sie keinen roten Rappen an. Aussagen wie diese wurden ihr wahrscheinlich zum Verhängnis.

Am 18. April 1988 wurde Paula Roth ermordet, eine Tat, die über die Landesgrenze hinaus Aufsehen erregte. Die Täter wurden gefasst und verurteilt.

Die Bellaluna wurde erneut verkauft, sie blieb jedoch leer und unbewohnt. In der Folge wurde während 13 Jahren alles, was nicht niet- und nagelfest war, gestohlen und geplündert.

Ab Oktober 2001 wurde die baufällige, unter Denkmalschutz stehende Bellaluna von den neuen Besitzern Bruno und André Brazerol mit viel Eigenleistung und Idealismus - auch von zahlreichen freiwilligen Helfern - welchen ein grosses "Dankeschön" gebührt - renoviert und erweitert.

Schliesslich, am 12. Juli 2003 - notabene Geburtstag von Paula Roth, sie wäre 85 jährig geworden - kann die Gesamteröffnung der Bellaluna gefeiert werden.

bellaluna_nacht_winter05_cmyk_26cm


Newsletter   Kontakt    Gästebuch
engineered by TaskFleet